Tipps aus der Praxis

Anwaltspflicht

In Deutschland brauchen Sie auf jeden Fall einen Rechtsanwalt, der Sie vor Gericht bei Ihrer Ehescheidung vertritt. Lassen Sie sich bereits zuvor anwaltlich beraten und vertreten. Sie werden über alle Rechte und Pflichten informiert, evtl. außergerichtliche Verhandlungen durchgeführt und dadurch das Scheidungsverfahren verkürzt.

Bei einer einverständlichen Scheidung ist es möglich, daß sich beide Partner einen Anwalt „teilen“. Man sollte sich jedoch weitestgehend einig sein. Denn der Rechtsanwalt kann nur die Interessen eines Mandanten vertreten. Der andere Ehepartner vertritt sich dann selbst.

Unterhalt

Sowohl Ansprüche auf Trennungsunterhalt zwischen Trennung und Scheidung und nachehelicher Unterhalt kommen bei der Scheidung in Betracht. Seit dem Jahr 2008 gilt, dass grundsätzlich jeder für seinen eigenen Unterhalt nach der Ehescheidung sorgen muss. Eine Ausnahme besteht, wenn der Ex-Partner sich um die Erziehung der Kinder kümmert, krank oder arbeitslos ist.

Wer behält die Wohnung bei einer Trennung/Scheidung?

Der Ehepartner, welcher stärker auf die Wohnung angewiesen ist, kann von seinem Ex-Partner verlangen, dass die Wohnung Ihm alleine überlassen wird. Kinder können hierbei eine große Rolle spielen. Es ist nicht relaevant, wer im Mietvertrag als Mieter geführt wird. Das „neue“ Mietverhältnis wird zu den bestehenden Bedingungen fortgesetzt.

Wenn sich die Ehepartner nicht einigen können, kann unter Umständen das zuständige Gericht die Entscheidung treffen. Der verbleibende Partner tritt dann ab dem Zeitpunkt in den Wohnungsmietvertrag ein, an dem dem Vermieter die Nachricht über die Einigung zugeht bzw. wenn die Entscheidung des Gerichtes rechtskräftig wird.

Der Familienname oder Nachname nach der Ehescheidung

Es ist möglich, dass man nach einer Scheidung den Ehenamen, das heißt den Familiennamen, den man während der Ehe trug, auch als Geschiedener beibehalten kann (§1355 Absatz5 Satz 1 BGB).

Eine Namensänderung setzt voraus, dass die Ehe rechtskräftig geschieden ist. Nach der Rechtskräftigkeit des Scheidungsurteils gibt es keine Frist für eine Namensänderung.
Nach einer Scheidung gibt es verschiedene Möglichkeiten, um seinen Familiennamen zu ändern. Jeder Ehegatte kann seinen Geburtsnamen (Mädchenname) wieder annehmen oder den Familiennamen, der vor der Heirat als Familienname galt.
Ein Doppelnamen ist ebenfalls möglich, er bildet sich aus dem Familiennamen, den man vor der Eheschließung als Familienname geführt hat und dem geführten Ehenamen zusammensetzt.
Kinder dagegen behalten den Familienname/Ehenamen der geschiedenen Ehegatten bei. Nur bei ganz besonderen Gründen, welche das Kindeswohl betreffen, kann der Nachname der Kinder aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung abgeändert werden.

Die Kosten für eine Namensänderung belaufen sich auf ungefähr 40 Euro für Beglaubigungs- und Beurkundungsgebühren.

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  1. Mein Onkel möchte sich von seiner Frau trennen. Er hat bereits von einem Rechtsanwalt für Familienrecht beraten lassen. Danke für den Hinweis, dass der Partner die Wohnung verlangen kann, wenn man stärker auf die Wohnung angewiesen ist.

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